Daniel Dal-Ben

Am Ende eines Menüs im 1876 Daniel Dal-Ben wünscht sich der Gast, das Restaurant mit vier Gegenständen betreten zu haben: einer Schusswaffe und drei Weckgläsern. Dann könnte er in die Küche stürmen und den namensgebenden Chef nötigen, eine ordentliche Portion des Caprese-Sugo abzufüllen, der seidigen, aber immens kräftigen Sauce aus Tomate und Basilikum, die einen mit Perlhuhn gefüllten Raviolo umgarnte. Oder einen Liter des mit Umami protzenden Ragù vom Wagyu, das man sich daheim sehr gut als Pasta-Doping vorstellen kann. Und die Meeresfrüchte-Sauce mit Kaviar, die den perfekt gegarten Skrei so traumhaft begleitete. Her damit, aber zackig! Schon immer kochte Dal-Ben – der nie die übliche Tour durch die Hochgastronomie machte, sondern sich nach Ausbildung im Brauhaus und einer Hotel-Station alles selbst erarbeitete – bemerkenswert.
In dieser Form ist das 1876 das beste klassisch ausgerichtete Restaurant in Düsseldorf.

- Gault&Millau 2022 -